Als ich heute ein Päckchen mit der
Aufschrift „Büchersendung“ aus dem Briefkasten holte, freute ich
mich wie ein kleines Kind über dieses wunderschön rabenschwarze
Buch. Der Titel „Die Guten, die Bösen und die Toten“ lässt
schon erahnen, dass der Inhalt nichts für zartbesaitete Seelen ist.
Johan von Riepenbreuch, der Autor des Buches, erzählt in
verschlüsselter Poesie von den Grausamkeiten des viktorianischen
Zeitalters, die durch die ausdrucksstarken Illustrationen seiner
Nachfahrin Ebeneeza K. bildhaft dargestellt werden.
Johan von Riepenbreuch, der selbst zu
Lebzeiten unter anderem als Totenfotograf seinen Lebensunterhalt
verdiente und während seiner Arbeit an einer Schreckens-Chronik
seiner Zeit selbst mitsamt dem Manuskript spurlos verschwand,
schreibt in diesem Werk unter anderem über den während des
viktorianischen Zeitalters üblichen Brauch, die Lieben nach ihrem
Ableben nochmals schön in Pose gesetzt zu fotografieren, aber auch
über die Unsitte der Lobotomie, die man damals noch durchführte, um
nicht konforme Verhaltensmuster über eine Gehirnoperation zu
unterbinden.
Doch wer sind nun die Guten, die Bösen
oder die Toten? Auf den ersten Blick lässt sich das nicht immer
zweifelsfrei erkennen, die Antwort offenbart sich oft erst auf den
zweiten Blick. Die liebevollen und detaillierten Illustrationen von
Ebeneeza K. zeigen unschuldige Gesichter mit großen Augen in
puppenstubenhaften Szenen, die durch ihre feinen Grauabstufungen
einerseits sehr lebendig und andererseits auch nahe dem Jenseits zu
sein scheinen.
Wie eingangs schon erwähnt ist dieses
Buch nichts für mimosenhafte Charaktere, aber verspricht umso mehr
Genuss für Buchliebhaber, die hintergründigen Gedanken offen gegenüber
stehen und ein Faible für schaurig-schöne Bilderbücher haben –
schaurig-schön sowohl was die Texte als auch die Bilder betrifft. Ein querformatiges Hardcoverbuch mit ca. 50 Seiten, das sich auch hervorragend als Geschenk an auserwählte Freunde eignet.
Ich habe dieses Buch über die Webseite
Blogg dein Buch“ als
Rezensionsexemplar erhalten, erschienen ist es in dem Berliner Verlag
Das wilde Dutzend und
bestellen kann man es direkt hier.
Übrigens, am 1. Oktober eröffnet der Verlag einen „Das wilde
Dutzend“-Laden in Berlin. Die Berliner dürfen sich also schon
einmal freuen!

1 KOMMENTAR

  1. Oh ich hab das Gefühl, das ist genau mein Fall. Ich werd mal schauen, ob ich das Buch hier bestellen kann. 🙂 Danke für den Tipp! ^^

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