Heute gelang es mir doch glatt, einen der begehrten Zugänge zu Google+ zu ergattern, das neue Socialmediaprojekt vom Suchmaschinenriesen. Man las und hörte ja die vergangenen Tage schon einiges darüber, aber leider waren die Zugänge dann doch sehr limitiert und wohl zunächst mal den Alpha-Beta-Testern vorbehalten.

Jetzt darf auch schon die 2. Garnitur ran und in diesem Schwung konnte ich dann mit reinrutschen. Zunächst einmal fühlt man sich ein wenig einsam, so allein auf der großen Plattform. Wenn ich nicht Facebook als Hilfsmittel gehabt hätte, ich hätte wirklich nicht gewusst, wo ich so auf die Schnelle ein paar Googlefreunde hernehmen soll, die mir meinen Stream mit mehr oder weniger interessanten Neuigkeiten füllen. Aber Marc Zuckerberg sei Dank ist das ja alles kein Problem, wenn man auf eine gut gefüllte Facebook-Freundesliste zugreifen kann. Es testet sich einfach besser, wenn man sich mit ein paar Leuten austauschen kann.

Bei Google+ lassen sich die Freunde schon im Vorfeld gut sortieren, indem man ihnen gleich beim hinzufügen einen bestimmten Status zuweist wie Verwandte, Freunde, Bekannte oder auch benutzerdefinierte Begriffe wie Ex-Freunde, zukünftige Ex-Freunde oder neugierige Nachbarn. Das Filtern von Nachrichten soll damit um einiges erleichtert werden. In Facebook musste man sich Listen anlegen und seine Kontakte den entsprechenden Listen zuweisen, um dann eventuell bestimmte Nachrichten nur bestimmten Leuten zukommen zu lassen. Bei Google+ hingegen zieht man die Kontakte einfach nur in die entsprechenden Kreise/Circles und schon sind sie schubladengerecht klassifiziert. Wenn man dann noch beim Absenden seiner Nachrichten gut aufpasst, dann bekommt auf keinen Fall der falsche Circle die verkehrten Messages zu lesen… alles nur eine reine Übungssache!

Bilder und Videos einbinden geht eigentlich ganz einfach. Fotos kann man entweder direkt von der Festplatte hochladen oder aber aus bereits angelegten Picasa-Webalben direkt präsentieren. Das Layout ist ansprechend, es werden automatisch Collagen mit verschieden großen Darstellungen der Fotos angelegt. Videos von Youtube verlinken geht auch ganz einfach, indem man in der Nachrichtenzeile auf das entsprechende Symbol klickt und schon landet man bei Youtube und kann nach den entsprechenden Video suchen.

Die grafische Darstellung von Bildern und Videos finde ich um Klassen besser verglichen mit Facebook. Das Kommentieren vorhandener Beiträge hingegen verwirrt mich noch zutiefst. Wenn ich dann mal mehr als 12 Freunde dort habe, komme ich wohl gar nicht mehr mit, wo ich was kommentiert habe und wo man evtl. noch auf eine Antwort von mir wartet. Vielleicht ist das auch nur Gewöhnungssache, aber ich hatte das Gefühl, bei Facebook ist das besser gelöst.

Wer News zu bestimmten Themen lesen möchte, kann unter „Sparks“ ein paar wenige gängige Themen auswählen, wie Auto, Mode, Sport oder Rezepte. Für Leute, die nicht nur an Mainstream interessiert sind, ist das Angebot ein wenig mager, aber wir sind ja noch in der Testphase. Was nicht ist, kann ja noch werden. Man kann sich auch seine eigenen Sparks anlegen, so dass per Mausklick die aktuellen News zum entsprechenden Thema angezeigt werden.

Wer gerne mit seinen anwesenden Freunden einen Videochat halten möchte, kann dies über den Button „Hangout“ machen. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, konnte aber mitverfolgen, wer von meinen Freunden gerade mit wem rumhängt. Ob ich das gut finden soll, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das ja nur eine Einstellungssache – sowohl rein mental als auch in irgendwelchen Optionen. Aber so weit bin ich noch nicht.

Wer von Facebook gewohnt ist, bei jedem zweiten Beitrag auf „Gefällt mir“ zu klicken, muss sich jetzt ganz massiv umgewöhnen. Ab sofort klickt man auf „1+“, aber nur einmal. Mehr als einen Pluspunkt kann man leider nicht vergeben, auch wenn man total begeistert von einem Kommentar oder Beitrag ist und am liebsten zehnmal klicken würde.

Fazit: Google+ erscheint mir interessant genug, es mal anzuschauen. Ob es allerdings Facebook den Rang ablaufen wird, das wage ich zu bezweifeln. Optimal wäre eine Fusion von Facebook und Google+, dann könnten beide ihre jeweiligen Stärken ausspielen und damit die optimale Lösung für eine Super-Socialmedia-Plattform anbieten!

3 KOMMENTARE

  1. Das Internet hat einen Namen – Google!
    Mit Google+ wird Facebook zum Zwerg, trotz 750 Mio Nutzer. Google ist halt nicht nur Dein soziales Netzwerk, sondern nebenbei auch noch Deine Suchmaschine, Dein Navigationssystem, Dein Handy-Betriebssystem, Dein Browser, Deine Video-Plattform, Dein Mail-Client, Dein Newsreader, Deine persönliche Startseite, Dein Übersetzer, bald auch Deine Flug-Buchungsmaschine und so weiter…. Und an ALLEM verdient einer.. GOOGLE!

    Heinrich

  2. Heinrich, vermutlich hast Du recht… es ist doch schon ein großer Anteil, den Google auch in meinem Leben hat, auch wenn ich noch nicht alle Anwendungen von Google verwende.

    Sabine

  3. Ich bin gespannt, wie es mit Google+ weitergehen wird. Trotz Begeistersung manche, finde ich nicht, dass die Welt noch ein Soziales Netzwerk braucht – irgendwann mus sich mich dann bei million verschiedenen Netzwerken registriert sein, um mit allen meinen Freunden im Kontakt über SN bleiben zu können. Das finde ich Unsinn. Es wird sicher so wie auch bei anderen Branchen – viele eigene Sachen und jeder macht eigene Suppe. Der Nutzer bleibt als Dummer dastehen, weil er bei jedem Anbieter nur halbe Sachen kriegt und nichts gescheites. Und kombinieren geht auch nicht, weil nichts zusammenarbeitet.

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