Neulich im Rahmen des SWR Sommerfestivals auf dem Stuttgarter Schlossplatz kam ich zufälligerweise mit dem Thema Geocaching in Berührung. Zwar hatte ich schonmal davon gehört, was GPS ist, weiß ich auch schon seit mindestens 15 Jahren und wie ein Navigationssystem fürs Auto funktioniert ist mir soweit auch klar.

Auf dem Schlossplatz jedoch wurden wir von einer Dame angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, an einem Preisrätsel teilzunehmen, bei dem man 3 Fragen zu beantworten hätte und das sich daraus ergebende Lösungswort aufschreiben müsse. Das Lösungswort war mir beim bloßen Überfliegen der Fragen schon klar: GPS. Lust hatte ich auf dieses Experiment irgendwie auch keine, aber meine Tochter sah mich mit großen, bettelnden Augen flehentlich an. Also hörte ich mir halbherzig die geschilderte Spielanleitung an. Wir sollten im Schlosspark drei verschiedene Punkte ansteuern und dort die jeweiligen Fragen beantworten. Die Punkte anzusteuern würde mit einem Handheld-GPS funktionieren. Ich hörte mir mit Ohren auf Durchzug geschaltet die Gebrauchsanleitung für das Gerät an. Als ich dann noch gebeten wurde, ein Pfand für das Gerät, was ich nicht wollte, am Stand zu hinterlassen, bot ich ihr meine Tochter als Pfand an. Ich hatte absolut keine Lust, bei sengender Hitze irgendwelche Steinfiguren zu suchen und Lösungswörter aufzuschreiben.

Also rief die Dame von dem Infostand, deren Geduld mit mir unerschütterlich zu sein schien, einen Jungen her, so ungefähr dreizehn, vierzehn Jahre alt und bat ihn, uns zu begleiten. Meine Tochter hatte das GPS-Gerät um den Hals hängen, der Junge mimte den Trecking-Guide und ich trabte hinterher. Ich war jetzt wirklich froh, dass der Knabe meiner Tochter so geduldig erklärte, worauf sie achten musste, damit sie das Ziel mittels des GPS fand. Nebenher erläuterte er auch mir, wie das Teil funktionierte, welche Intention der Info-Stand hatte und wieviele Leute mittlerweile weltweit per Handheld-GPS auf Schatzsuche gehen und sich dazu auf Seiten wie www.geocaching.com oder www.geocaching.de informieren.

Die Initiative dieser Aktion auf dem SWR Sommerfestival ging übrigens vom Kreismedienzentrum Landkreis Reutlingen aus, weitere Informationen zum Einsatz von GPS in der Schule findet man auf der Seite www.schule-gps.de. Letztendlich fand ich die Aktion dann so interessant, dass ich einerseits überlege, mir selbst so ein Handheld-GPS zu kaufen und andererseits vielleicht die Schule meiner Tochter auf diese Idee zu bringen. Schulausflüge per Geocaching erscheinen mir ungleich interessanter als stures Abwandern von irgendwelchen Strecken zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten.

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