Heute war bzw. ist noch bis 24 Uhr die lange Stuttgarter Einkaufsnacht der City-Initiative Stuttgart e. V. unter dem Motto „S-City leuchtet“. Seit ein paar Jahren findet dieses Ereignis terminlich immer in der Nähe vom Martinstag statt, verbunden mit einem Laternenlauf rund um den Eckensee und mit vielen anderen Begleitveranstaltungen.

Dieses Jahr sollte die Stadt einheitlich in feurigem Orange leuchten, nicht wie sonst einmal quer durch die Farbpalette. Als wir in Richtung City gingen und als erstes das Hegelhaus in der Eberhardstraße erblickten, sah das schon mal ganz gut aus, wie es da in orangefarbenes Licht gehüllt vor sich hinstrahlte.

Dann gingen wir rein intuitiv weiter in Richtung Marktplatz und kamen sehr pünktlich zur ersten Vorführung der angekündigten Flammenwerfer-Show an. Vor dem Rathaus, welches übrigens von Beleuchtungskünstlern in züngelnde Lichtflammen eingehüllt wurde, war ein größeres Areal mit mobilen Metallgittern abgesperrt, dahinter irgendwelche Konstruktionen, die wohl für die vorzuführenden Feuerspiele aufgestellt waren.

Plötzlich ertönte Musik, ein bisschen sphärisch und ein bisschen feurig und mit einem Knall spien die geschätzten 10 senkrecht in einer Reihe stehenden Metalldüsen eine Stichflamme in die Höhe. Wir wichen alle gleich mal zwei Schritte zurück, da das Feuer doch ganz schön das Gesicht wärmte. Die Flammen kamen dann passend zum Takt, mal kleiner und mal größer, mal nach oben, nach rechts oder nach links gerichtet. Mir kam es vor, als sei es eine Mappus’sche Flammenwerfer-Show, frei nach dem Motto „Die guten Argumente überwiegen, oder!?“ – auch dieser angedeutete Bauzaun passte sehr schön zur Inszenierung. Die Choreographie dieses Flammentanzes hätte man ja auch noch mit einem kleinen Wasserwerfer-Intermezzo untermalen können. Aber das nur so am Rande…

Weiter ging es dann Richtung Schlossplatz, wo die Kastanienalleen und die beiden Brunnen in feurig rotem Orange beleuchtet waren. Noch ein Blick zum Eckensee geworfen, aber da leuchtete alles ganz normal wie sonst auch. Also liefen wir schließlich die Königstraße vom Bahnhof aus wieder zurück und kamen noch an einem prominent aufgestellten Stuttgart 21-Propagangda-Stand vorbei, wo man uns großzügig mit blinkenden Herzchen, Herzluftballons, Aufklebern und herzförmigen Gummibärchen eindeckte. Sehr herzig!

Inzwischen nieselte es penetrant und durchdringend vor sich hin. Die Anzahl der Besucher hielt sich auch sehr in Grenzen. Ich vermute, die City-Initiative Stuttgart e. V. hat sich sicherlich mehr von dieser Aktion versprochen, die heute sprichwörtlich ins Wasser fiel.

Auf dem Heimweg machten wir noch einen Schlenker in Richtung Feinkost Böhm, wo man sich für 15 Euro pauschal durch die verschiedensten kulinarischen Angebote futtern konnte. Wir haben allerdings nur von außen durchs Fenster gelinst und eilten dann nach Hause, weil wir mittlerweile bis auf die Knochen durchnässt waren. Ich vermute, so ging es noch mehr Leuten, Stuttgart wird also heute nicht richtig zum Leuchten kommen, sondern höchstens vor sich hin glimmen.

  

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