Jeder, der mit Kindern zu tun hat, weiß, dass die manchmal ganz schön trotzig sein können. Das fängt schon im zarten Alter von ein paar Monaten an und endet oftmals erst spät im Rentenalter. Dazwischen kommen die Trotzphasen 1-3, die Pubertät, diverse Selbstfindungskrisen, die oftmals auch in Bockigkeit und Widerwillen voll ausgelebt werden und später dann der senile Trotz oder besser bekannt als Altersstarrsinn, von dem meistens renitente Rentner heimgesucht werden

Am vergangenen Donnerstag wurde in Stuttgart endlich wieder eine überlieferte und fast schon in Vergessenheit geratene wirksame Trotzphasenbewältigungsmethode der Öffentlichkeit vorgestellt. Wirksam übrigens bei Jung und Alt, vom Baby bis zum Greis wurde diese effiziente Vorgehensweise getestet.

Jetzt hat natürlich nicht jeder zuhause die Möglichkeit, mit einem Wasserwerfer gegen ein trotziges Kleinkind oder eine pubertierende Göre vorzugehen. Allein schon aufgrund der Verhältnismäßigkeit wäre ein Wasserwerfer in der Etagenwohnung oder im Reihenhaus fehl am Platze. Auch der Gartenschlauch ist nicht unbedingt geeignet, sofern sich die Trotzphasen innerhalb der vier Wände und nicht im Vorgarten abspielen.

Was aber sehr wirksam und auch für den Hausgebrauch leicht nachzubauen ist, ist ein Pfefferspray. Am Tag nach der Vorstellung hatte ich das Vergnügen, mich mit zwei grüngekleideten Parkwärtern zu unterhalten, die lässig am Hamburger Zaun des Stuttgarter Landtages standen. Zwei sympathische Herren mit leichtem Göppinger Slang. Ganz jovial erzählten sie meiner Tochter und ihrem Kindergartenfreund vom Pfefferspray, welches heutzutage lieber eingesetzt würde als chemische Keulen. Ja, da sei echtes Chilipulver in BIO-Qualität drin, sagten sie. Und das würde auch ganz schön brennen, vor allem in den Augen. Einer von beiden zeigte bereitwillig auf sein Pfefferdösle am Gürtel und meinte dann noch lachend, damit könne man sich praktischerweise auch mal einen Döner nachwürzen, wenn dieser zu fad sei.

Irgendwie ging mir dieses Gespräch nicht aus dem Kopf. Ich recherchierte und fand in alten Quellen Hinweise darauf, dass man schon früher diese Methoden mit dem Pfefferspray zur Kindererziehung eingesetzt hat. Es gab also nicht nur die Drohung mit dem „Schwarzen Mann“ um Kinder gefügig zu machen, sondern auch die mit dem gewürzten Sprühnebel. Man wendete dies meist so an, dass ein trotziges Wesen erst dreimal aufgefordert wurde, beispielsweise den Lieblingssessel des Vaters zu verlassen und wenn das Kind dann trotz dreifacher Aufforderung immer noch drin saß, dann kam der brennende Sprühnebel. Spätestens dann wurde der Sessel frei.

Wie man seit vergangenen Donnerstag weiß, ist dies wirklich eine effiziente Methode um den Trotz zu besiegen. Laut dem einen grünen Parkwärter würde es allerdings ein bißchen in den Augen brennen, aber verletzen könne man sich damit nicht. Also habe ich heute mal darüber nachgedacht, wie man so ein Spray selbst herstellen könnte. Die Zutaten sieht man übrigens gut auf dem Foto, die Mischungsverhältnisse habe ich jetzt noch nicht ausgetüftelt. Wichtig war mir, dass alle Zutaten aus BIO-Anbau sind und allergiegetestet. Und wichtig ist auch, dass die zu verwendende Sprühflasche vorher keine Chemikalien beinhaltete, die möglicherweise die Augen reizen könnten.

Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen mal experimentieren um das beste Mischungsverhältnis herauszufinden…

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