In unregelmäßiger Reihenfolge und immer nur dann, wenn mir ein passendes Exemplar vor der Objektivlinse erscheint, werde ich hier mal über die hübschesten Kinderspielplätze Stuttgarts berichten.

Gestern mittag gegen 14:15 Uhr kam ich an so einem reizenden Platz vorbei, der mir seither entgangen ist, weil ich normalerweise nie an dieser Straße entlanglaufe und gestern nur ausnahmsweise dort unterwegs war. Wie gesagt, es war kurz nach zwei, es ist Sommer und gestern war es ziemlich warm, nicht nur in der Sonne, auch im Schatten.

Da komme ich also mit meiner Tochter auf der Seite Immenhofer-/Hauptstätterstraße von der Unterführung „Österreichischer Platz“ so langsam an die Oberfläche und was sehen meine erstaunten Äuglein? Einen ganz und gar entzückenden Kinderspielplatz, aber nur für Kleinkinder im Alter bis zu 6 Jahren und nur im Sommer – ausgerechnet im Sommer! – von 9:30 – 18:00 Uhr zu benutzen.

Ist das ein Alibi-Spielplatz einer Wohnbaugesellschaft oder ein Kinderspielplatz einer JVA?

Das mit verdorrtem Gras bedeckte Grundstück zwischen Häuserschluchten und einem Stahlgitterzaun der Marke JVA Stadelheim stand prall in der Sonne. Man sollte ja meinen, dass durch die Häuser ein bißchen Schatten gespendet würde, aber dazu war einerseits das Grundstück zu groß, andererseits steht die Sonne im Sommer zu hoch, als dass da während der Öffnungszeiten großartig mit Schatten zu rechnen sei. Aber Sonne ist ja gesund für Kinder, sie brauchen sie für die Bildung von Vitamin D und dieses wiederum benötigen sie für gesundes Knochenwachstum. Soweit so gut.

Auf dem relativ großen Platz war ziemlich kompakt der sogenannte Kinderspielplatz installiert. Ein bißchen was zum Klettern, vielleicht auch noch eine Sandgrube, das konnte ich aus der Entfernung nicht genau erkennen und ich wollte auch mein schattiges Plätzchen nicht verlassen, da ich ohnehin schon dem Hitzschlag nahe war.

Hier gibt’s gegrillten Kinderpopo

Die Rutsche aber, die in der Sonne grell vor sich hinblendete, bewegte mich zu dem Gedanken, dass es für Kinder hier ein ganz besonderes Vergnügen sein muss, sommerliche Nachmittage zu verbringen. Die Rutsche darf eigentlich so nur von Kindern im Windelalter benutzt werden, die eine gut gewässerte Pampers tragen um Brandschäden am Hintern zu vermeiden. Alle anderen Kinder, die hier mit kurzen Hosen oder Kleidchen und klebrig geschwitzten Beinchen runterrutschen wollen, werden unfreiwillig zu Barbecuehappen und kommen vermutlich medium oder well done am Boden der Tatsachen auf.

In diesem liebevoll gestalteten Spielplatz fehlen keine Sonnenplätze, sondern ein paar Schattenplätze und irgendetwas, woran sich das Auge festhalten kann. Da hilft auch nicht der halbherzige Versuch, grün zu zaubern, indem man die Wände mit Kletterpflanzen berankt!

Update 29.03.2014:

Der Spielplatz sieht immer noch genauso scheiße aus und wird wohl immer noch nicht benutzt. Nur die Schilder haben sich etwas verändert – nachzulesen bei Frau Kokelores!

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