Heute fiel mir mal wieder auf, was mir schon öfters aufgefallen ist und was mich manchmal wundert und manchmal ärgert: Die Damen und Herren KassiererInnen in deutschen Handelsketten und Filialbetrieben, aber auch beim Bäcker an der Ecke, scheinen verlernt zu haben, wer sich bei wem zu bedanken hat.

Immer wieder beobachte ich, dass beim Bezahlen der Ware zwar der zu zahlende Betrag genannt wird, mitunter ohne den Kunden überhaupt anzusehen muffig ein „Achtnfuffzichvierunzwanzich“ in Richtung Warteschlange gemault wird, ohne ein hinzugefügtes „bitte“, was ich ja noch nicht einmal unbedingt erwarte.

Dann reicht Kunde in Variante A dem Menschen an der Kasse einen 60-Euro-Schein oder so was ähnliches, jedenfalls eine Summe, bei der noch Wechselgeld aussteht. Der Kassenmensch nimmt wortlos das Geld entgegen, tippt den Betrag in die Kasse ein, damit diese das Wechselgeld ausrechnet und sortiert dann die Scheine in die Kasse ein und das Wechselgeld aus. Dieses wird dem Kunden dann wiederum ohne Blickkontakt in die Hand oder vor die Nase auf die Theke geschmissen und dann kommt noch ein forderndes „Bitteschön!“ hinterher, so dass der Kunde automatisch und reflexartig – vor allem aber artig – mit einem devoten „Dankeschön!“ kontert.

In Variante B, das ist die Spielart, wenn der Kunde versucht, die „Achtnfuffzichvierundzwanzich“ passend aus dem Geldbeutel zu kramen, sieht man, wie dem Kassenmenschen merklich das Gesicht zusammenfällt, die Kontrolle über die Augen verlorengeht, welche sich so merkwürdig nach oben drehen. Mitunter machen sich die Finger des Kassenmenschen selbstständig und trommeln nervös auf die Theke, bis der Kunde endlich das Geld beisammen hat. Auch in dieser Situation hört man dann vom Verkäufer nur ein lautes „Bitteschön!“, entweder beim Überreichen des Kassenbons oder der Ware. Danke? Weit gefehlt!

Das macht mich schon nachdenklich, dass heute Kunden dafür dankbar sein dürfen, wenn sie ihr Geld, welches in den meisten Fällen sauer verdient oder unter Entbehrungen vom Mund abgespart wurde, in den Laden ihrer Wahl bringen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als sich der Verkäufer dafür bedankt hat, dass der Kunde bei ihm etwas gekauft hat.

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