Meine Tochter – bald 5 Jahre alt – wurde ja schon im Herbst letztes Jahr von ihrer Kindergartenerzieherin als sogenanntes „Kann-Kind“ deklariert, mit anderen Worten: sie kann dieses Jahr schon eingeschult werden, muss aber nicht.

Seit dieser Offenbarung befinde ich als Mutter mich in ständigem Entscheidungsstress. Soll oder soll ich nicht mein Kind dieses Jahr einschulen lassen?

Kurz nachdem mir bewußt gemacht wurde, dass mein Kind ja schon im September 2009 eingeschult werden könnte, habe ich mich ja gleich mit dem Rektorat der uns staatlicherseits zugeteilten Grundschule in Verbindung gesetzt, nachzulesen hier.

Nun sind seitdem wieder ein paar Monate vergangen, die Waldorfschule habe ich mir mittlerweile auch angeschaut und zu 90% ad acta gelegt und heute war dann der Tag der offenen Tür bei einer anderen privaten Grundschule.

Reingekommen ins Schulhaus und erstmal gestaunt. Irgendwie war das bei uns früher alles ordentlicher und strukturierter, auf den ersten Blick zumindest. Ich habe gerade mal eben einen sehr oberflächlichen Blick auf die Klassenzimmer und Lehrkräfte geworfen, gedacht „oh mein Gott, wie sieht das denn aus!?“ und bin dann schnurstracks in die Aula im 4. oder 5. Stock gewandert, wo das Anmeldeverfahren durchgeführt wurde.

Jede Menge Eltern, die meisten einzuordnen in der mittleren bis mittelmäßig gehobenen Gehaltsklasse, 50 % bestimmt selbstständige Unternehmer. Ein paar davon kenne ich, zum Teil aus der direkten Nachbarschaft.

Meine Tochter habe ich rein prophylaktisch schon mal angemeldet, angesichts des Besucheransturms vermutlich ein als hoffnungslos zu bezeichnendes Unterfangen. Die Rektorin mit Bundeskanzlerinnenfrisur schwingt während der Anmeldung einen Vortrag über die Schule, den man leider mangels kompetenter Toningenieure nur in unmittelbarer Nähe der Vortragenden verstehen kann.

Ich beschloss, nach Anmeldung des Kindes einfach zu verschwinden, der Dinge zu harren, die da kommen mögen und die noch offenen Fragen über eigenmächtige Internet-Recherche oder aber einen persönlichen Gesprächstermin mit der Rektorin zu klären.

Ich wünsche meiner Tochter auf jeden Fall viel Glück, dass sie in dieser Schule aufgenommen wird.

PS: Was hat das ganze eigentlich mit Schulmüdigkeit zu tun? Ganz einfach, ich bin müde, zu müde um mir zu überlegen, welche Fragen ich an das Institut stellen soll, das mein Kind zumindest die nächsten 4-5 Jahre staatlicherseits verordnet beherbergen soll. Meine persönliche Schulmüdigkeit trat schon im zarten Alter von ca. 9 Jahren ein. Mir wird schon ganz mulmig bei der Überlegung, wie ich meine Tochter dann irgendwann davon überzeugen soll, dass Schule etwas ganz Tolles und Überlebensnotwendiges sein soll…

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