Letztes Wochenende war ich mit Töchterlein und ihrem Papa auf einer venezianischen Messe in Ludwigsburg. Abgesehen davon, dass wir allerschönstes Spätsommerwetter hatten, war die Veranstaltung auch sehr interessant und stimmungsvoll. Die barocke Kulisse des Marktplatzes bot natürlich den optimalen Hintergrund für die venezianisch und höfisch gekleideten Gestalten. Es waren Fotografen aus aller Welt da – zumindest hörte ich außer schwäbisch auch badisch, fränkisch und bayrisch um mich herum.

Die maskierten Darsteller posierten für die Fotografen mit aller Professionalität vor barocken Brunnen, maroden Barken und ähnlich pittoresken Bauten. Und was machte mein Töchterchen nachdem sie eine einfache, silberne Augenmaske bekommen hatte? Sie stellte sich einfach frank und frei zu den begehrten Figuren und posierte mit – für die Fotografen.

Nicht alle waren begeistert darüber, manch einer hätte dann doch lieber so einen malerischen venezianischen Kaufmann mit goldener Schnabelmaske ohne ein neuzeitlich gekleidetes Vorschulkind fotografiert. Einmal vernahm ich direkt neben mir den genervten Kommentar: „Kann dieses Kind da nicht mal weggehen?!?“ – ich blieb nur stummer Beobachter und outete mich nicht als Mutter dieses Kindes.

Aber dafür, dass sie sich jetzt so oft fotografieren ließ, ist sie wenigstens in einem barocken Goldrahmen im Museum gelandet. Auch gut!

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