Nur 2 Häuser weiter stürmten wir in den nächsten Schuhladen, immerhin einer mit der Kinderabteilung im 1. OG, Fahrstuhl und – ganz wichtig – Rutschbahn. Das wusste meine Tochter bereits, denn da war sie schon ein paarmal.

Im 1. OG angekommen stürmte sie sofort in Richtung Rutschbahn, obwohl ich ihr im Fahrstuhl schon eindringlich gesagt hatte: Erst Schuhe kaufen, dann Rutschen! Aber ich konnte ihren ersten Versuch zum Glück gleich umbügeln und sie erstmal auf einem Stuhl Platz nehmen lassen, während ich nach Schuhen und Verkäufer gleichzeitig Ausschau hielt. Schuhe fand ich gleich und gab sie meiner Tochter.

Einen Verkäufer konnte ich in weiter Ferne ganz hinten bei der Fensterfront erkennen. Ich winkte ihm zu, dann rief ich quer durch den Laden, ob er uns mal helfen bzw. jemanden in die Kinderabteilung schicken könne. Da sich meine Laune zu diesem Zeitpunkt schon ein bißchen auf Abwärtskurs befand, war mein Ton wohl auch eher befehlsmäßig als fragend.

Der Verkäufer war wohl eher ein Sensibelchen und leicht einzuschüchtern, jedenfalls kam er gleich ganz dienstbeflissen angehuscht und ich fragte ihn noch, ob ich mich eigentlich hier auch um die Anprobe kümmern solle bzw. ob dies ein SB-Laden sei. Er ignorierte meine Provokation (hat wahrscheinlich auch mal einen Konfliktvermeidungskurs mitgemacht) und bemühte sich fortan, meiner Tochter möglichst ohne sie zu berühren die Schuhe anzupassen.

Nach diversen Rutsch-Unterbrechungen konnte ich dann für sie auch ein Kompromissmodell ausfindig machen, nicht wirklich chic, dafür robust und in Farben, die eigentlich zu keinen Klamotten meiner Tochter passen, dafür aber eine Passform am Fuß, die mit einem zugedrückten Auge erträglich war und das ganze auch noch um 25 % reduziert.

Ich entschied mich dafür, diese Dinger zu kaufen, ließ mir wieder so einen Zettel für die Kasse in die Hand drücken und überlegte später auf dem Weg nach unten, ob wir die gleiche Tour bringen sollten wie beim letzten Laden: einfach die Schuhe an der Kasse lassen.

Stattdessen kaufte ich sie dann gefühlte drei Stunden später, nämlich dann, als ich meine Tochter dann endlich nach hundertmal rutschen und eigene Schuhe, Jacke, Sonnenhut und Umhängetasche wieder anlegen in Richtung Kasse gebracht hatte. Vorsichtshalber fragte ich aber noch, ob ich die Schuhe trotz Preisreduzierung umtauschen könne, wenn sie sich zuhause als unpassend herausstellen sollten. Ich könnte – aber innerhalb von 3 Tagen.

So richtig zufrieden war ich mit diesen Kauf aber noch nicht, deswegen steuerten wir Schuhladen Nr. 4 an.

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