Das heutige Wetter habe ich vorhin schon abgehandelt, jetzt wollen wir uns dem heutigen vormittag zuwenden. Ich hatte die Ehre kostenlos an einem Kurs teilnehmen zu dürfen: „Konfliktmanagement – oder: Man sagt so lange ja, bis man der Dumme ist“. Interessantes Thema, dachte ich. Also war ich auch pünktlich um 9:30 Uhr am Veranstaltungsort mit ca. 9 anderen Damen, Alter querbeet.

Ich begab mich in den Seminarraum, der aber noch nicht von den Restbröseln der zuvor eingefallenen Kindergartentruppe befreit war. Es hielt sich dort lediglich die grantige Seminarleiterin auf mitsamt einer Dame des Hauses, die krampfhaft versuchte, einen Laptop von einem Beamer und diesen wiederum von einem Overheadprojektor zu unterscheiden.

Die Dame vom Sekretariat verschwand dann eben nochmal kurz um dann gewissenhaft mit einem stockig riechenden Schwammtuch eben mal über sämtliche Tische zu wischen. Wie das gemüffelt hat, brauche ich wohl nicht extra zu sagen.

Nach und nach trotteten dann die restlichen Teilnehmerinnen in den Seminarraum und beanspruchten jeweils einen Sitzplatz im Stuhlkreis. Die Seminarleiterin selber gab sich äußerst unterkühlt, kurz angeboten und mit eindeutigem Chef-Gehabe. Ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass das Getue Teil des Kurses zum Thema „Konfliktmanagement“ sein sollte. Wie anders könnte man ein derartiges Thema gut rüberbringen, wenn nicht mit einem Fall in der Praxis? Erstmal einen Konflikt heraufbeschwören und ihn dann lehrbuchgemäß sezieren und zu aller Zufriedenheit lösen!?

Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde, die je nach Teilnehmerin mal länger oder kürzer ausfiel, hörten wir uns ein paar theoretische Weisheiten über verschiedene Konfliktarten an. Dann durfte jeder mal aus dem Nähkästchen plaudern und erzählen, welche Konflikte es in der Kindheit gab und wie diese gelöst wurden. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass bei den meisten die Konflikte sehr autoritär und nicht selten auch handgreiflich gelöst wurden.

Daraufhin gab es einen kurzen, theoretischen Ausflug zur Transaktionsanalyse und zu dem Buch „Ich bin ok – Du bist ok“ , mit einer Erläuterung der verschiedenen ICHs, die jeder Mensch so in sich trägt. Und anschließend ging es dann gleich weiter damit, dass ein jeder nochmal aus dem Nähkästchen plaudern durfte und seine „Achilles-Ferse“ bekannt geben sollte. Ich meldete mich gleich freiwillig und bekannte mich dafür, ein Bevormundungs-Allergiker zu sein, was wohl auch sehr viel mit der in meiner Kindheit genossenen Konfliktbewältigung zu tun haben mag.

Als wir dann mit allen „wunden Punkten“ durch waren, war auch schon die Zeit vorüber, der 1. Teil des Kurses vorbei und wir durften alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen. Nächsten Montag geht es weiter.

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