…ist, die kinderfreundlichste City weit und breit zu werden. Das konnte man heute deutlich spüren, da heute das alljährlich stattfindende Nissin-Fest auf dem Marktplatz zu finden war. Abgesehen davon, dass es im Vergleich zum Vorjahr ein bißchen desorientiert und schlecht organisiert wirkte, kostete auch fast jede Aktion für die Kinder einen Betrag von 1 Euro aufwärts – ungeachtet dessen, ob die Aktion jetzt besonders spannend war oder nicht. So weit, so gut.

Die Krönung des Ganzen setzte aber der Stand des hiesigen Jugendamtes auf. Dort befand sich ein Glücksrad mit Ziffern und diversen Abschnitten, die mit dem Wort „Preis“ bezeichnet waren. Meine 4-jährige Tochter schritt voller Erwartungen zu dem Stand, so ein Glücksrad kannte sie bereits von anderen Festen, wo sie dann beim Drehen desselben auch tatsächlich etwas gewonnen hatte. Auf einem Camping-Tischlein waren die sogenannten Preise ausgestellt, Schlüsselbänder in unterschiedlichen Farben und Längen (damit sich die Kleinen besser strangulieren können?) und ein Gefäß mit Bonbons. Diese waren für meine Tochter besonders reizvoll, aber die Tante vom Jugendamt, die ganz so aussah, als würde sie in der freien Wirtschaft nie einen Job bekommen, sagte, dass die Bonbons Preise seien, Trostpreise. Irgendwie konnte ich die Dame dann dazu überreden, dass sie meine Tochter mal das Glücksrad drehen ließ, obwohl die Dame selbst der festen Überzeugung war, dass diese noch zu jung oder zu klein dafür sei. Das Glücksrad landete auf der Ziffer 9, eigentlich eine Gelegenheit um einen Trostpreis in Form eines lausigen Bonbons rauszurücken. Aber nein, dieser Amtsdrache hockte auf den Bonbons und ließ sich nicht einmal durch den bettelnden Blick eines chronisch unterzuckerten Kindes erweichen. Ich fragte dann noch konkret, ob sie nicht vielleicht wenigstens meiner Tochter ein Bonbon geben wolle. NEIN! Das sind auch Preise und wir haben nicht mehr so viele davon. Fassungslos stiefelten wir von dannen. Das ganze spielte sich im Foyer unseres Rathauses ab, dessen Hausherr selbst sich auf die Fahnen geschrieben hat, unsere Stadt zu der kinderfreundlichsten weit und breit zu machen. Und die Antagonistin dieses Stücks war eine Dame vom Jugendamt, deren Name ich leider nicht weiß, nur dass sie in der Mittagszeit so gegen 12:50 Uhr dort Dienst hatte.

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